Diesmal ist ein überdurchschnittliches Handy in meine Hände geraten. Das ist das mit mehreren Preisen ausgezeichnete Nokia 808 PureView mit einer 41-Megapixel-Kamera. Es ist ein modernes Smartphone, das mit einem 1,3 GHz getakteten Prozessor, 512 MB Arbeitsspeicher und mit einem 4-Zoll-AMOLED-Display ausgestattet ist. Und das Betriebssystem ist... Symbian Belle! Warum?!
Nokia hat doch auf diese Platform verzichtet und sich für „Fenster” entschieden! Dieses Modell zeichnet sich auch durch das Gewicht aus, es wiegt fast 170 g. Obwohl 808 ziemlich schwer ist, liegt es perfekt in der Hand. Da das Gehäuse ganz dick ist, scheint das Gerät wirklich ordentlich gebaut zu sein. Die Rückseite wurde so geformt, dass das Handy perfekt in der Hand (eher in der männlichen Hand) liegt. Die Konstruktion ist ideal ausgewogen und die matte Oberflächenstruktur der Rückseite und der Seiten sorgt für einen sicheren Griff. Die nächsten Elemente, die mir sofort aufgefallen sind, sind die Seitentasten. Unter diesen gibt es etwas absolut Sensationelles – eine Schiebetaste zum Sperren des Geräts, die gleichzeitig ein Schalter der LED-Taschenlampe ist. Es gibt auch eine große Taste zum Aktivieren der Kamera und einen Lautstärkeregler.
![]() |
![]() |
||
| Nokia 808 Bild: GSMchoice.com |
|||
![]() |
![]() |
![]() |
|
| Nokia 808 Bild: GSMchoice.com |
|||
Ich muss auch ein paar Worte über Anschlüsse sagen. Zu der Ausstattung gehören: ein Micro-USB-Anschluss, Mini Jack Audio Anschluss, HDMI-Micro-Anschluss – nur dieser ist durch die Blende bedeckt. Der Vorderteil ist eine schwarze Fläche, unter dem Display befinden sich 3 Tasten. Alles wurde sehr ordentlich montiert, das Gehäuse knackt nicht und die Plastik-Qualität ist wirklich gut. Der zu dem Gerät beigelegte Satz enttäuscht auch nicht. Außer den typischen Elementen wie das USB-Kabel und Ladegerät finden wir drinnen ein tolles Headset mit der Silikon-Hülle und...ein Armband. Dazu kriegt man noch NFC Tags, die dem Nutzer den Einstieg in diese Technik erleichtern sollen. Dank der NFC-Technik können wir durch das Berühren des NFC-Bereichs verschiedene Funktionen des Smartphones aktivieren, Verbindung mit anderen NFC-kompatiblen Geräten herstellen und in der Zukunft hoffentlich auf diese Art und Weise in jedem Geschäft bezahlen. Die NFC-Antenne befindet sich unter dem Akku-Deckel, die Klappe ist auf der Innenseite mit kleinen Nasen ausgestattet, man muss den Deckel einfach abheben. Unter diesem gibt es auch einen 1400 mAh starken Akku und den Steckplatz für die microSD- und microSIM-Karte. Von dem Display bin ich ein bisschen enttäuscht. Es steht uns zwar das AMOLED-Display zur Verfügung, die Farbpalette ist auch in Ordnung...aber die Auflösung ist veraltet. Zum Trost bekommen wir den guten Lesewinkel und optimale Helligkeit. Das Display wurde mit dem widerstandsfähigen Stoff bedeckt. Was den Touchscreen betrifft, kann man ihm auch nichts vorwerfen.
![]() |
![]() |
![]() |
|
| Nokia 808 Bild: GSMchoice.com |
|||
Über Symbian Belle hat man schon so viel geschrieben, dass ich mich nur darauf konzentriere, was am wichtigsten ist. Alles funktioniert eigentlich problemlos, obwohl ich das Gerät mehrmals neu starten musste, weil es abgestürzt ist. Vielleicht betrifft das Problem nur mein Testgerät...Das Handy verfügt über ein paar zusätzliche Applikationen. Unter diesen befinden sich: die App für DLNA-Fernsteuerung, das F-Secure Paket und das mobile Office-Paket, man hat auch Zugriff auf Online-Nachrichten und soziale Netzwerke. 808 verfügt auch über Anwendungen, die die Filmprojektion auf dem externen Bildschirm unterstützen, über mobilen Hotspot, ein Diktiergerät und andere, typische Büro- und Dienstfunktionen.
![]() |
![]() |
![]() |
|
| Nokia 808 Bild: GSMchoice.com |
|||
Das Gerät wurde auch mit dem FM-Transmitter ausgestattet, deswegen kann man die Musik vom Handy ans Radio senden. Der Transmitter besitzt großen Einstellbereich, aber die Klangsqualität ist im Vergleich mit Kabelverbindung oder Verbindung per Bluetooth viel schlimmer. Und wenn wir schon über den Ton reden, muss ich vermerken, dass der neben der Kamera verbaute Lautsprecher echt sauber klingt. Der Musikplayer verfügt nicht nur über typische Funktionen, aber unterstützt auch Dolby und besitzt den Equalizer mit fünf definierten Einstellungen. Eigene kann man leider nicht definieren. Die Kopfhörer, die zu dem Standardset gehören, klingen wirklich schön und ihre Form passt sich gut den Ohren an. Sie isolieren auch die Hintergrundgeräusche. Was die Software betrifft, konnte an die kostenlosen Nokia-Karten nicht fehlen. Die Navigation funktioniert auch offline. Der Nutzer kann das Interface und die Desktopeinstellungen an seine persönlichen Anforderungen anpassen und das Angebot im App Store ist weiterhin reich. Es ist auch bemerkenswert, dass wir die Menü-Icons je nach Belieben ordnen können und das Hinzufügen von Verknüpfungen und Widgets zum Homescreen ist sehr einfach (durch Drücken und Halten).
![]() |
![]() |
![]() |
|
| Nokia 808 Bild: GSMchoice.com |
|||
Jetzt kommen wir zu der 41-Megapixel-Kamera. Die verfügt über komplexe 5-Elemente-Optik mit F2,4-Blende von Zeiss, einen mechanischen Verschluss, den Dual-LED-Blitz und die Mini Xenon Taschenlampe. Die Kamera bedient man mithilfe des einfachen Interfaces. Es gibt 3 Bedienmodi: Manuell, Halbautomatisch und Automatisch. Wie es sich für eine solide Kamera gehört, sind wir in der Lage, die Belichtung, Empfindlichkeit und den Weißabgleich selbst zu korrigieren. Wir können Farbbalance, Sättigung, Schärfe und Kontrast anpassen. Dank dem Verschluss kann man den Auflöser verzögern, es steht dem Nutzer auch der Bracketing-Modus zur Verfügung. Drei vordefinierte Einstellungen können abgespeichert werden. Im halbautomatischen Modus finden wir 9 thematische Programme. Eine schöne Ergänzung ist virtuelles ND-Filter, das die Details von den hellen Elementen der Aufnahme hervorhebt, damit die Fotos nicht überbelichtet werden. Schließlich können wir noch entscheiden, ob wir die volle Auflösung nutzen möchten, oder wählen wir den PurView Modus. In dem zweiten Fall können wir wirklich gute Nahaufnahme machen und vor allem erhalten wir die bessere Bildqualität. Der PureView Modus benutzt die sogenannte Over-Sampling-Technologie, was bedeutet, das man ein Pixel mit den besten Informationen aus 7 Nachbarpixeln kombiniert. Dadurch kann man z.B. bei einer 5-Megapixel-Aufnahme mehr Details gut abbilden, als wenn man das Foto mit einer durchschnittlichen Kamera machen würde. Das gleiche betrifft die Farbwidergabe: nicht nur ein Pixel sondern mehrere Pixel sammeln die Informationen über jede von drei Komponenten, was die bessere Sättigung zur Folge hat. Außerdem gewinnen wir den digitalen Zoom, aber nicht solchen, an den wir bei anderen Handy-Kameras gewöhnt sind. Der Bildausschnitt wird nicht künstlich vergrößert, er wird aus dem größeren Original ausgeschnitten. Der größte Vorteil ist nicht die Aufnahmegröße sondern die Bildqualität, die man trotz dem nicht so großen Sensor erreichen kann.
![]() |
![]() |
![]() |
|
| Fotos aus dem Nokia 808 Bild: GSMchoice.com |
|||
Wie sind die Fotos? Erstens ist die Bildqualität gut, sogar wenn die Bildausschnitte nicht so gut beleuchtet werden. Die Dateils werden genau abgebildet. Geometrische Verzerrungen treten selten auf und wenn schon, dann sind sie nicht auffallend. Es bestehen keine Probleme damit, Schärfe einzustellen, es gibt auch keine Vignettierung. Die Schärfe einzustellen, dauert kurz, aber sogar im Makro-Modus muss der minimale Abstand 10 cm überschreiten. Die Farben werden treu abgebildet, aber ich habe bemerkt, dass beim Nutzen des Blitzes die Balance in die Richtung der kühleren Farben geht. Das Blitzlicht ist zwar besser als LED, aber sichert optimale Beleuchtung nur in der Nähe des Fotografen. Ich muss jedoch das Gerät für die Funktion, die den Rote-Augen-Effekt entfernen soll, loben. Sogar beim kleinen Abstand wurde die Anzahl der Vorblitze so angepasst, dass dieser lästige Effekt fast eliminiert wurde. Ich habe das selbst geprüft ;)
![]() |
![]() |
![]() |
|
| Fotos aus dem Nokia 808 Bild: GSMchoice.com |
|||
Über Fotos könnte ich noch viel schreiben, aber...ihr könnt euch diese in der Bildgalerie auf der Registerkarte des Handys anschauen. Überzeugt euch selbst davon, was 808 kann! Beachtet auch den Tag, der angezeigt wird, wenn man mit dem Zeiger auf das Miniaturbild geht. Man muss noch unterstreichen, dass die unter dem Text hinzugefügten Fotos bearbeitet wurden und die vollständige Version könnt ihr in der Bildgalerie auf der Registerkarte finden.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
| Fotos aus dem Nokia 808 Bild: GSMchoice.com |
|||
Die Filme werden im „Standard”-Full-HD aufgenommen, die Details und Farben werden treu abgebildet. Das einzige Problem sieht man beim Filmen der Objekte, die sich schnell bewegen...aber zum Trost bekommen wir digitale Bildstabilisierung. Hier gibt es ein kurzes Testvideo:
| Das Testvideo aus dem N808 Video: GSMchoice.com via YouTube |
|||
Man muss noch ein paar Worte über Akkulaufzeit sagen. Wenn wir die fotografischen Möglichkeiten des 808 nicht überstrapazieren, hält die Batterie fast 4 Tage. Für ein Smartphone ist das fast ein Wunder ;)
Nokia 808 PureView ist leider kein billiges Handy. Obwohl von der Premiere des Geräts schon viel Zeit vergangen ist, erfreut sich dieses Modell großer Beliebtheit nicht. Man kann nur bedauern, dass kein anderes Handy mit modernerem Betriebssystem solche Kamera besitzt. Die Fotografieliebhaber müssen deswegen mit dem sterbenden Symbian arbeiten...
Schließlich lade ich euch zum Anschauen der kurzen Präsentation ein...
| Die Darstellung von Nokia 808 Video: GSMchoice.com via YouTube |
|||
Quelle GSMchoice.com


























