
Fast sofort nach der Premiere des iPhone 5C wurde Apple wegen des Kunststoff-Gehäuses in allen Medien scharf kritisiert. Es hat sich jedoch erwiesen, dass das Konzern die Sache im eigenen Still gemacht hat: das Gehäuse wurde zwar aus Plastik, aber auf eine andere Art und Weise als bei Konkurrenten hergestellt.
Der Herstellungsprozess ist so interessant, dass ich diesen beschreiben möchte.
Wie die Gehäuse des billigeren iPhone entstehen, erzählte davon Dol Lehman dem Online-Portal Gizmodo. Habt ihr gedacht, dass das Gehäuse des neuen iPhone ein Stück Plastik ist, dass massenweise hergestellt wird? Ich habe auch so gedacht... und in der Wirklichkeit ist das nicht so einfach. Zwischen zwei entsprechend geformte Formhälften wird geschmolzener Kunststoff unter Druck eingeführt und nach einer Weile wird er in der Form fest. Aus der Spritzgussmaschine wird eine einfache Form ohne Öffnungen „ausgespuckt.” Diese werden später mit einer digital gesteuerten CNC-Werkzeugmaschine gemacht. In nächsten Schritten werden die Löcher für Anschlüsse, Tasten und Kamera ausgeschnitten...
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| Ausschneiden der Öffnungen Bild: Gizmodo |
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Warum verzichtete man auf traditionelles Gestalten, wo die Löcher schon in der Spritzgussmaschine gemacht werden? Es handelt sich um die Widerstandsfähigkeit und perfekte Ausführung. Die Spritzgussform kann so vorbereitet werden, dass der Abguss schon Löcher hat. Das Problem besteht darin, dass die Spritztechnologie verursacht, dass der Kunststoff um Öffnungen herum schwächer ist. Geschmolzenes Plastik strömt Löcher um und wird dadurch schwächer. Je komplizierter der Abguss ist, desto mehr schwache Punkte entstehen. Das Bohren der Öffnungen hat zur Folge, dass der Kunststoff um diese herum stark bleibt.
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| Polieren Bild: Gizmodo |
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Apple legt großen Wert auf das Aussehen der Geräte, deswegen versuchte man, Spuren der Spritzgussmaschine zu reduzieren. Wie ihr weißt, hat jedes Plastik-Element solche Spuren – am meisten ist das eine dünne Linie, die anzeigt, wo sich die Hälften der Form verbinden. Beim Gehäuse von Apple gibt es diese nicht. Da die Öffnungen gebohrt werden, verbinden sich die Hälften der Form am Rand des Gehäuses, dort, wo sich im Fall des fertigen Handys Plastik mit dem Bildschirm trifft. Zusätzlich wird dieser Rand poliert, damit eine ideale Fläche erreicht wird. Das ist noch nicht alles...
Das fertige Element des Gehäuses wird mit einem speziellen, farblosen Lack überzogen. Außer der Tatsache, dass er gegen Kratzer resistent ist, soll seine Zusammensetzung verursachen, dass der User, der das Handy in der Hand hält, anderen Eindruck hat, als wenn er ein normales Kunststoff-Gehäuse halten würde. Apple behauptet, dass das Handy sich wie Keramik anfasst. Man kümmerte sich auch um das Aussehen. Die Tasten aus identischem Stoff als das Gehäuse sollen an dieses ideal passen. Die Schrauben und Anschlüsse werden schwarz lackiert, damit sie an den Rahmen des Displays angepasst werden. Obwohl der Herstellungsprozess ziemlich kompliziert ist, ist das viel einfacher, als wenn man Aluminium benutzen würde. Und darum handelte es sich doch. Aus dem Kunststoff kann man Gehäuse billiger und schneller herstellen, was ermöglicht, höhere Marge zu erzielen.
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| Lackieren Bild: Gizmodo |
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Ich kann es schon kaum erwarten, wenn ich selbstständig das „neue” Gehäuse testen kann. Obwohl ich erst dann dieses beurteilen kann, kann ich schon heute sagen, dass ich mich der Gruppe, die das Kunststoff-Gehäuse kritisiert, anschließe. Komischerweise kann dieses besser als brüchiges Glas von 4S oder für Kratzer anfälliges Metall dem Modells 5 sein. Was die Ausfertigung betrifft, mache ich mir keine Sorgen mehr, nachdem ich mich mit dem Herstellungsprozess bekannt gemacht habe. Was das Aussehen des iPhone 5C betrifft, bin ich nicht enttäuscht. Dank seinen bunten Gehäusen, kann bonbonfarbiges Interface passabler sein. Bestimmt passabler als der Preis von diesem Smartphone...
Nach Informationen von Gizmodo


